Heike Baranowsky

Paraphrasen

February 25 – April 8, 2000

Heike Baranowsky: Paraphrasen. February 25 – April 8, 2000
Heike Baranowsky: Paraphrasen. February 25 – April 8, 2000

Mit analytisch sezierendem Blick hat Heike Baranowsky in den letzten Jahren mit der Videokamera ihre Umwelt festgehalten. Dabei hat sie Bilder einer Gebirgslandschaft mit computergeneriertem Nebel, aneinandergereihten Fensterblicken an einer Hausfassade, achsensymmetrisch gespiegelter Architekturansichten des Pariser Zentrums sowie Hände, die einen Motorradmotor auseinander- und wieder zusammenbauen zu unendlichen Videoschleifen zusammengefügt, die auf Monitoren oder als Projektion auf der Wand gezeigt werden. Ein vorbeiziehendes Frachtschiff, das sie von einem anderen Schiff aus aufgenommen hat, die auf zwei übereinanderstehenden Monitoren jeweils vor- und rückwärtslaufende Aufnahme einer Bahnschiene und ein am Bahnhof Zoo endlos an- und abfahrender Zug stehen im Mittelpunkt der Werkgruppe Passage I-III. Auch diese Videos laufen als endlose Schleifen.

Unter dem Titel Parapahrasen zeigt Heike Baranowsky in ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Barbara Weiss drei neu entstandene Videoinstallationen. Zum ersten Mal erscheinen Menschen und Lebewesen auf ihren Videobildern.
Bei Paraphrasen (Chinesisches Neujahr), 1999 wird eine Videosequenz dreimal nebeneinander zeitversetzt auf eine Leinwand projeziert. Menschen scheinen von einer Projektionsfläche in die nächste nahtlos überzugehen. Nach einer Weile erkennt man, daß immer der gleiche Strom von Menschen vorüberzieht.
Paraphrasen (Heathrow), 2000 entstand beim Blick aus dem Fenster eines Flugzeuges, das gerade in seine Parkposition rollt. Diese Aufnahme wurde so geloopt, daß es erscheint, als ob sich das Flugzeug um den eigenen Mittelpunkt dreht. Auf zwei nebeneinander stehenden Monitoren läuft zeitversetzt der gleiche Film, auf dem die Rotunde des Flughafengebäudes beiderseits von einem parkenden Flugzeug flankiert wird. Die Präsentation der beiden Monitore auf einem Tisch erinnert an eine Überwachungssituation.
Der offenbar nie aufhörende Gleitflug einer Möwe ist das Motiv des dritten Werkes Paraphrasen (Vogel), 2000. Das Video wird in einem steilen Winkel in Trapezform an die Wand projeziert.