Lookalikes | Friederike Feldmann
abc | art berlin contemporary
September 18 - 21, 2014



Pressetext

Lookalikes

Friederike Feldmann hat anlässlich der abc die Installation Lookalikes konzipiert, die aus 35 Tuschezeichnungen und einer Videoprojektion besteht.

Feldmann hat sich auf ungewohntes Terrain begeben; angeregt durch grafische Werke verschiedener Epochen und Stile wurden die Zeichnungen rasch und intuitiv ausgeführt. Dieser Prozess balanciert den Akt des Zeichnens zwischen bewusster Kontrolle und unbewusstem Hineinfühlen, so dass sich die zeichnerische Handschrift Feldmanns mit den betrachteten Motiven verbindet. Im Anschluss wird eine Auswahl getroffen, für die entscheidend ist, dass die Zeichnung ihre Herkunft bis zu einem gewissen Grad im Uneindeutigen lässt und den Schwebezustand zwischen nicht-konkret und seltsam-vertraut aufrechterhält.
Die Serie zeigt Gegenwart und Geschichte gleichermaßen offen und selbstverständlich, ihre Potemkinsche Subjektivität verführt zu fortwährenden Ausdeutungen und lässt den Blick immer wieder zu den Zeichnungen zurückkehren, die ihr Geheimnis doch nie preisgeben werden. Vielmehr verbindet sich die motivische Herkunft mit der künstlerischen Umsetzung und den Assoziationen der Betrachter zu einem Spannungsgefüge, das die Frage der Annäherung jenseits offensichtlicher Ähnlichkeiten verhandelt.
Die Zeichnungen werden von einer Projektion überlagert, die scheinbar handschriftliche Notizen zeigt. Doch auch ein zweiter Blick hilft hier nicht weiter: aus den grafischen Schwüngen werden nie Worte. Feldmanns Markierungen verweigern den Umweg über das Sprachliche, haben nie die Gestalt eines verabredeten Zeichens, sondern insistieren auf ihrer Bildlichkeit.
Was sieht man, wenn Schrift nicht lesbar ist und eine Zeichnung nicht zugeordnet werden kann? Feldmanns Installation rückt unsere Wahrnehmung ins Zentrum und betont den Akt des Sehens selbst.

Im Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart – Berlin ist noch bis 11. Januar 2015 eine Wandarbeit von Friederike Feldmann im Rahmen der Ausstellung Wall Works zu sehen.

Friederike Feldmann (*1962) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Brandenburgischen Kunstverein (solo); im Palais Thurn & Taxis, Innsbruck; dem Kunstmuseum Wolfsburg; im KW Institute for Contemporary Art, Berlin; der Kunsthalle Bielefeld (solo); und der Art Gallery des Tokyo Institute of Technology gezeigt.



Press Release

Lookalikes

On the occasion of abc Friederike Feldmann conceived Lookalikes, an installation comprising 35 ink drawings and a video projection.

For this series of drawings Feldmann ventured into unfamiliar terrain. Inspired by graphic work from a wide range of ages and styles the drawings on display were executed swiftly and intuitively. Feldman’s artistic process has been that of a balancing act between conscious control and automatic exploration, merging her signature style with the distinct forms the objects of her contemplation bear. Finally, Feldmann chose a selection of drawings which aim to keep the origins of their motif obscure to a certain extent, poised between the foreign and the oddly familiar.
The series presents both the contemporary moment and history as self-evident. Their Potemkin-like subjectivity seduces the viewer to continuous readings and interpretation, inducing the gaze to return repeatedly to the drawings, though they’ll never give away their secret. Instead, the black marks chain their origins to the modes of artistic execution and the viewer´s imagination. Here the question of convergence lies beyond apparent resemblance.
The drawings are superimposed by a projection of what seems to be handwritten notes. And yet, a closer look is in vain: the graphic cyphers never turn to words. Feldmann´s signs deny the detour of linguistic sense, insisting rather on their imagery.
What does one see, when writing is illegible and drawings can not be identified? Feldmann’s installation revolves around our perception, accentuating the act of seeing itself.

A wall painting by Friederike Feldmann is included in the exhibition Wall Works at Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart – Berlin, open till January 11, 2015.

Friederike Feldmann (*1962) lives and works in Berlin. Recent shows include Brandenburgischen Kunstverein, Potsdam (solo); Palais Thurn & Taxis, Innsbruck; Kunstmuseum Wolfsburg, Wolfsburg; KW Institute for Contemporary Art, Berlin; Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld (solo); and Art Gallery of the Tokyo Institute of Technology, Tokyo.  

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